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Weisse Wanne

Bei der weissen Wanne sind aufgrund ihrer Konstruktion keine zusätzlichen Dichtungsbahnen erforderlich. Bodenplatte und Aussenwände werden als geschlossene Wanne aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand nach DIN EN 206-1 und DIN 1045-2 respektive SIA 262 hergestellt. Diesen Beton nennt man auch wasserundurchlässigen Beton oder WU-Beton. Für die Herstellung der Bauwerke wird auf die Richtlinie „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton“ des DAfStb oder die SIA 272 verwiesen. Die Fugen und Durchdringungen in der geschlossenen Wanne werden mit speziellen Sonderbaustoffen abgedichtet.

Konzept:
Stahlbeton mit Fugenabdichtung

Material:             
Fugenbänder, Fugenbleche,
Injektionskanäle, Fugenabklebungen

Vorteil:     
weitestgehend witterungsunabhängig
kostengünstig
kein Einfluss auf Bauzeit

Schwachstellen:    
hohe Anforderungen an Betonqualität
Rissbildung


Vorgehensweise bei der Konstruktion einer Weissen Wanne

Wasser ist nicht gleich Wasser und kann in verschiedenen Formen auftreten. Bodenfeuchte, nicht stauendes Sickerwasser, zeitweise aufstauendes Sickerwasser, drückendes oder nichtdrückendes Wasser spielen bei der Wahl des richtigen Abdichtungskonzeptes eine grosse Rolle. Bei der Planung ist daher auf Angriffsart des Wassers, von der Art des Baugrunds, der Art der Beanspruchung und der geplanten Nutzung zu achten.

Obwohl durch die prinzipiell einfachere Konstruktion der Weissen Wanne im Vergleich zur Schwarzen oder Braunen Wanne beim Bau weniger Arbeitsgänge erforderlich sind, sind Sachkenntnis und sorgfältiges Vorgehen bei Planung und Bauausführung entscheidend für ein  dichtes Bauwerk.

Grundlage für die erforderlichen Massnahmen ist der Bemessungswasserstand „der höchste, nach Möglichkeit aus langjähriger Beobachtung ermittelt Grundwasserstand/Hochwasserstand“. Eine oberflächliche Beurteilung beim Bodenaushub ist eine Momentaufnahme und reicht hierfür nicht aus. Ein Bodengutachten bringt neben einer zusätzlichen Sicherheit auch Erkenntnis über die Zusammensetzung des Bodens und die Gegebenheiten des anstehenden Grundwassers. So kann ein möglicher chemischer Angriffsgrad des Grundwassers bzw. Bodens ermittelt werden, der dann in den Expositionsklassen XA1 bis XA3 (chemischer Angriff) berücksichtigt wird. Für die Konstruktion von wasserundurchlässigen Bauwerken aus Beton stehen drei verschiedene Bauweisen zur Verfügung:

Die Bauweise ohne unkontrollierte Trennrisse ist gekennzeichnet durch ein Zusammenspiel von konstruktiven (Lagerungsbedingungen mit geringer Verformungsbehinderung, Fugenabstände), betontechnologischen und ausführungstechnischen (Betonierabschnitte, Nachbehandlung) Massnahmen. Ziel ist es, das Entstehen von Trennrissen durch die Vermeidung von Zwangsspannungen zu verhindern.

Bei der Bauweise mit Trennrissen beschränkter Rissbreite werden die Zugspannungen aus Last und Zwang durch engliegende, rissverteilende Bewehrung aufgenommen. Entstehende Risse müssen in ihrer Breite so gering gehalten werden, dass sowohl die festgelegte Form der Wasserundurchlässigkeit (vgl. Nutzungsklassen) als auch die Dauerhaftigkeit des Bauwerks nicht beeinträchtigt sind.

Bei der Bauweise mit zugelassenen Trennrissen kann auf umfangreiche rissverteilende Bewehrung und enge Fugenabstände verzichtet werde. Risse werden in Kauf genommen. Ihre Abdichtung ist Bestandteil der Baumassnahme und muss von der Planung bereits im Entwurf festgelegt werden. Diese Bauweise kann sinnvoll sein, wenn das Bauwerk noch im Rohbauzustand dem höchsten Wasserdruck ausgesetzt wird, die aussen liegenden Betonflächen für eine nachträgliche Abdichtung zugänglich sind und der Bauherr dieser Bauweise zustimmt.


Fugenabdichtung / Weisse Wanne

Der Verlauf von Fugen und ihre Abdichtung darf beim Bau einer Weissen Wanne nicht der Baustelle überlassen werden, sondern muss bis ins Detail Bestandteil der Planung sein. Fugen stellen Schwachstellen dar die abgedichtet werden müssen. Die Firma vistona nutzt neben Fugenbänder auch Injektionsschläuche für Arbeitsfugen. Arbeitsfugen bzw. Betonierfugen entstehen, wenn das Bauteil für einen einzelnen Betoniervorgang zu gross ist.

Im Hinblick auf die gewünschte Wasserundurchlässigkeit ist hier auf eine fachgerechte Ausführung zu achten. Bewegungsfugen – sie gleichen Temperaturänderungen oder ungleiche Setzungen des Bauwerks aus – werden im Abdichtungskonzept vistona mit PVC Dehnfugenbänder abgedichtet. Bindstellen der Schalung müssen aus wasserdichtem Material sein (z. B. aus Beton oder Faserzement).


Sanierung / Weisse Wanne

Vorteil der Weissen Wanne liegt in der leichten Lokalisier- und Reparierbarkeit der Fehlstellen, da die feuchte Stelle an der Innenseite des Betonbauteils in der Regel der Ausbesserungsstelle entspricht. Diese Fehlstellen werden von der Gebäudeinnenseite durch Verpressen mit Injektionsharzen abgedichtet. Kleinere, anfänglich durchfeuchtete Risse im Beton schliessen sich durch die so genannte Selbstheilung des Betons. Im Wesentlichen wird sie durch die Bildung von Kalkstein hervorgerufen, unterstützt durch eine weitere Hydratation des Zementsteins.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass trotz einer prinzipiell einfachen Konstruktion die Weisse Wanne umfassende Planung und sorgfältige Verarbeitung erfordert. Qualitätsbewusstsein und Erfahrung bei allen Baubeteiligten und das Beachten einer Vielzahl von Aspekten ist der Schlüssel zur fachgerechten und erfolgreichen Herstellung von wasserundurchlässigen Betonbauwerken. Vistona ist Ihr Partner in allen Fragen der Bauwerksabdichtung mit Weissen Wannen.

Die Grundlage der meisten Sanierungen ist der Einsatz von Injektionspacker, die mit unterschiedlichen Materialien verpresst werden. So können Injektionen lediglich abdichtend wirken oder auch einen kraftschlüssigen Verbund wiederherstellen. In der Ausführung werden die Risse oder Fehlstellen angebohrt, die Injektionspacker gesetzt und anschliessend mit geeigneten Kunstharzen verfüllt.

Nach dem Reinigen und Ausbauen der Packer erfolgt noch die so genannte „Kosmetik“, die den Untergrund für den weiteren Ausbau vorbereitet. Injektionen sind immer begrenzt dehnfähig. PU-Harze erlauben eine maximale Dehnung von 15%. Wird ein normaler Riss mit einer Rissbreite von 0,3 mm verpresst, sind anschliessend Bewegungen von 0,05mm möglich.
Neben den Injektionen sind aber auch, Klemmkonstruktionen für Dehnfugen oder der Verguss mit Epoxydharz möglich.

Arten von Verpressmaterialien:

  • PUR-Schaumharz, z. B. Webac 157, schäumt bei Kontakt mit Wasser (auch bei hoher Luftfeuchte), ist ideal um Wasser zu stoppen. Da es einen starren Schaum bildet, kann es zerstört werden, wenn sich der Riss bewegt. Für Kiesnester und starre Risse gut geeignet.
  • PUR-Harz, z. B. Webac 1403, schäumt auch bei Kontakt mit Wasser, bildet aber einen begrenzt dehnfähigen Schaum und ist daher auch für Risse geeignet, die sich leicht bewegen.
  • Epoxydharz, z. B. Webac 4120, haftet nicht, wenn der Riss / die Fuge nass ist (gegebenenfalls vorher mit Schaumharz das Wasser stoppen). Das Harz erlaubt einen kraftschlüssigen Verbund.
  • Andere Verpressmaterialien, wie Acrylatgel und Zementemulsionen werden nicht von uns verarbeitet, da sich diese Materialien nicht ohne weiteres mit unseren Maschinen benutzten lassen.

!! Achtung: Nicht jede nasse Stelle ist auch undicht !! Oft handelt es sich um Kondenswasser, das auftritt, wenn warme, feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft. Dieser Sachverhalt ist mit einer kalten Flasche Bier aus dem Kühlschrank im Sommer zu vergleichen. Unmitelbar wenn die wärme Luft auf die kalte Flasche trifft, beschlägt diese und niemand würde sagen, dass die Flasche undicht ist.