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Bauwerksabdichtung

Ziel einer Bauwerksabdichtung ist ein dichtes Projekt. Doch „dicht“ ist nicht gleich „dicht“. Während Kellerräume früher als Lagerraum für Kartoffeln genutzt wurden, werden heute Heimkino, Kinderzimmer, Saunabereiche in erdberührte Bauteile geplant. Die Anforderungen an die Nutzung steigen stetig. Doch wer ist für die Planung, Ausführung, Überwachung und Folgeschäden verantwortlich? Im Schadenfall zunächst einmal niemand, nach einem Gutachten zumeist alle.

Der Bemessungswasserstand ist der höchste aus langjähriger Beobachtung (Vergangenheit) ermittelte Grund- oder Hochwasserstand, der im Rahmen der Nutzung (Zukunft, geplante Nutzungsdauer) des Gebäudes auftreten kann.

Die Festlegung erfolgt durch den Geologen und den Tragwerksplaner. Des weiteren sind die Anzahl und Grösse der Flutöffnungen zu bestimmen.

An dieser Stelle möchten wir ansetzen. Als Fachplaner für Abdichtungsarbeiten stehen wir Bauherren, Generalunternehmer und ausführenden Baufirmen mit unserem Fachwissen zur Seite. Neben der Norm sind es hierbei die ganz besonderes Bedingungen jedes Gebäudes welche uns bei der Auslegung der verhältnismässigen Abdichtungsleistung helfen.

Dabei stellen sich jedoch immer gleichen Fragen:


Gibt es Wasser? - Bemessungswasserstand

Der Bemessungswasserstand ist der höchste aus langjähriger Beobachtung (Vergangenheit) ermittelte Grund- oder Hochwasserstand, der im Rahmen der Nutzung (Zukunft, geplante Nutzungsdauer) des Gebäudes auftreten kann. Die Festlegung erfolgt durch den Geologen und den Tragwerksplaner. Des weiteren sind die Anzahl und Grösse der Flutöffnungen zu bestimmen.


Was erwarte ich? – Nutzung

1.    Dichtigkeitsklassen
Die Dichtigkeitsklasse bezeichnet den Zustand der Trockenheit, der mit dem Massnahmen der Weissen Wanne herzustellen ist. Auch bei DK 1 kann es zu Wassereintritten durch Trennrisse oder Betonfehlstellen kommen. Diese sind zu sanieren, bis der gewählte Zustand hergestellt ist.

  • Dichtigkeitsklasse 1: Vollständig trocken. Keine Feuchtstellen zugelassen Typische Beispiele: Wohn und Arbeitsräume , Lager für empfindlich Güter wie z.B. Papier, Computerräume, Tiefgaragen Decken
  • Dichtigkeitsklasse 2: Trocken bis leicht feucht. Einzelne Feuchtstellen zugelassen. Kein tropfendes Wasser. Typische Beispiele: Lager für feuchtigkeitsunempfindliche Güter wie z.B. Gläser Kellerräume (Velos, Heizung)
  • Dichtigkeitsklasse 3: Feucht. Örtlich begrenzte und einzelne Tropfstellen zugelassen. Typische Beispiele: Tiefgaragen Bodenplatte und Wände
  • Dichtigkeitsklasse 4: Feucht bis nass. Feucht- und Tropfstellen zugelassen. Typische Beispiele: Einstellhalle Bodenplatten und Wände

2.    Zugänglichkeit
Gemäss SIA 272, 3.1.1 gehören Rissinjektionen zum Konzept der Weissen Wanne. Die Zugänglichkeit zu Bauteilen der Weissen Wanne muss gewährleistet sein.
Ist dies nicht der Fall (z.B. Innendämmung, Maschinenblöcke, Lüftungsleitungen, Überbeton etc), sind entsprechende Zusatzmassnahmen zu treffen. Der Bauherr kann entweder eine Rückstellung bilden und im Schadenfall den  Aus- und Wiedereinbau selbst bezahlen. Es gibt jedoch auch Zusatzmassnahmen wie eine Frischbetonverbundfolie oder Flüssigkunststoff.

3.    Garantie / Haftung
Auch bei der Haftung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Neben dem klassischen Modell in dem der Planer die gesamten Arbeiten plant und dafür eine Planerhaftung übernimmt und der Bauunternehmer die entsprechende Leistung nur ausführt, gibt es im Zuge der Systemabdichter und WU-Fachplaner auch Modelle, in denen Planung und Ausführung aus einem Hause kommen. Im Schadensfall sind somit die Verantwortlichkeiten klar geregelt und es gibt keinen Teiler oder Verantwortungszuweisung zwischen den einzelnen Parteien. Jedoch sind auch hier die Verantwortlichkeiten vorab klar vertraglich zu definieren. Undichtigkeiten, weil das Gebäude schaden nimmt oder es auf Grund von Auftrieb Risse gibt, sind statische Belange. Gleiches gilt für alle weiteren statischen Lastfälle. Auch ein falsch gewählten Bemessungswasserstand führt zu Wassereintritten über Schwellen oder Fenster, sind jedoch vorab durch einen Geologen festzulegen.

Die Planung ist daher ein wichtiger Punkt. Je tiefer ein Unternehmen in die Planung eingebunden wird, desto grösser ist der Verantwortungsbereich. Werden Fugen, Bewehrung und Beton vorab durch den Bauherren bestimmt, ist in der Planung des Unternehmens nur noch die Art der Fugenabdichtung festzulegen. Die Gewährleistung erstreckt sich in diesem Fall auch nur über die Fugenabdichtung und die korrekte Ausführung.


Muss ich was machen? – Geltende Normung

In Europa sind die Abdichtungsleistungen relativ genau genormt. Die EU-Normen haben hier die länderspezifischen Differenzen bereits angeglichen. Die genauste Normung wird dabei in Deutschland angewendet. Auch für Schadenfälle in Frankreich oder der Schweiz wird im Notfall die deutsche DIN herangezogen. Für die Planung in Deutschland hilft die DIN 1045 und die DAfStb Richtlinie. In der Schweiz werden die Verantwortlichkeiten nach SIA 118:272 geregelt. Die Ausführung wird in der SIA 272 geregelt. In Frankreich werden spezifische Systemzulassungen gefordert. Grundlegend, ist vorab ein Konzept für die Abdichtung auszuwählen. Weisse Wanne, Schwarze Wanne und  Braune Wanne sind dabei die geläufigsten Systeme, welche auch in der Norm geregelt sind.
Daneben gibt es Flüssigkunststoffe, Folienabdichtung, quellende Betonzusatzmittel und viele weiteren Produkte welche  teilweise eine technische Zulassungen haben.

Bei einer Planung mit Produkten, welche nach SIA 272 oder in der DAfStb Richtlinie für wasserdichte Bauweise nicht geregelt sind, gilt es um genauste Prüfung.