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DIN1045-1

DIN EN 1992-1-1

Zwangsspannungen und daraus resultierend die Gefahr der Rissbildung treten in Ortbetonteilen durch Temperaturunterschiede bei der Hydratation auf. Konstruktiv kann dem Entstehen von  Zwangsspannungen entgegen gewirkt werden – einerseits durch geeignete Lagerung der Bauteile (zum Beispiel durch Einbau von Gleitschichten zwischen Sohlplatte und Erdreich zur Verringerung der Reibung oder seitlichen Einbau von Dämmplatten). Weitere Möglichkeit ist der Einbau von Fugen als Sollrissstellen in Abhängigkeit von den Abmessungen der Bauteile, der Bewehrungsanordnung, der Wärmeentwicklung und dem Schwindverhalten. Die Auswahl eines geeigneten Betons trägt ebenfalls zur Vermeidung von Rissen bei. Für Ortbeton sind entscheidende Eigenschaften ein geringes Schwindmaß und ein hoher Widerstand gegen eindringendes Wasser sowie die Verwendung von Zementen mit niedriger Hydratationswärme. Für WU-Beton legt  DIN EN 206-1 und DIN 1045-2 für Bauteildicken bis 40 cm eine Mindestbetondruckfestigkeit von C25/30 sowie einen maximaler Wasserzementwert von 0,6 fest.

In der DIN EN 1992-1-1 spielt dabei vor allem Ziffer 7.3 Begrenzung der Rissbreiten und Nachweis der Dekompression eine wichtige Rolle. Bereits in den allgemeinen Erklärungen wird deutlich, dass Stahlbeton eine gerissene Bauweise ist. Die  „(1) Die Rissbreite ist so zu begrenzen, dass die ordnungsgemäße Nutzung des Tragwerks, sein Erscheinungsbild und die Dauerhaftigkeit nicht beeinträchtigt werden.“ und „(2) Rissbildung tritt bei Stahlbetontragwerken auf, welche durch Biegung, Querkraft, Torsion oder Zugkräfte beansprucht werden, […]“

Die Ursache der Risse ist dabei vielfältig. Neben statischer Beanspruchung und Temperaturdifferenzen während des Hydratationsprozesses, während der Bauzeit und auch im Endzustand können „(3) Risse im Beton [...] auch aus anderen Gründen, z. B. aus plastischem Schwinden oder chemischen Reaktionen mit Volumenänderung auftreten.“ Dabei ist „(5) der Grenzwert wmax für die rechnerische Rissbreite wk nach Tabelle 7.1DE […] in der Regel unter Berücksichtigung des geplanten Gebrauchs und der Art des Tragwerks sowie der Kosten der Rissbreitenbegrenzung festzulegen.“

Ein viel diskutierter Bereich stellt dabei die Mindestbewehrung für die Begrenzung der Rissbreiten dar. Um Kosten zu optimieren wird die rissesichernde Mindestbewehrung durch Ingenieure, Unternehmer und Abdichtungsspezialisten immer wieder reduziert. Die Grundlage dieser Einsparung liegt in Erfahrungswerten, Qualitätskontrolle und Überwachung in allen Prozessen. Die Sicherheit der Norm wird dabei versucht auszuschöpfen. Die DIN EN 1992-1-1 legt die Mindestbewehrung für die Begrenzung der Rissbreite in Ziffer 7.3.2 fest.

„(1) Zur Begrenzung der Rissbreiten ist eine Mindestbewehrung in der Zugzone erforderlich. Die Mindestbewehrung darf aus dem Gleichgewicht der Betonzugkraft unmittelbar vor der Rissbildung und der Zugkraft in der Bewehrung der Zugzone unter Berücksichtigung der Stahlspannung s s nach Absatz (2) ermittelt werden.“  Für die Berechnung folgt dann „(2) Sofern nicht eine genauere Rechnung zeigt, dass ein geringerer Bewehrungsquerschnitt ausreicht, darf der erforderliche Mindestbewehrungsquerschnitt zur Begrenzung der Rissbreite nach“ As = kc · k · fct,eff · Act /s s ermittelt werden.

Zur Erreichung eines dichten Bauwerks reicht die rissesichernde Armierung alleine jedoch noch nicht aus. Auch statisch bedingte Risse sind entsprechend auf eine der Nutzung angepassten Rissbreite nachzuweisen. So können Biegerisse zwar an der Oberfläche 0,5mm aufweisen, jedoch nicht durchgehen und damit dicht sein. Dagegen kann eine Rissbreite von 0,3mm für ein dichtes Bauwerk nach Nutzungsklasse B ausreichen, jedoch für eine Beschichtung in einer Tiefgarage mit OS8 nicht ausreichen. Für diese Fälle gilt es bereits im Vorfeld die maßgebenden Lastfälle, Einwirkungen und Ansprüche zu berücksichtigen und die Bemessung entsprechend darauf abzustimmen.

Bereits bei Planung und Konstruktion einer Weissen Wanne gilt es, kritische Gestaltungselemente wie Nischen, Vertiefungen oder Wandversprünge zu vermeiden. Die Kerbspannung die in einspringenden Ecken entstehen kann, begünstigt die Bildung von Rissen. In diesen Fällen ist der Querschnitt durch das zusätzliche Einbringen von Bewehrung zu verstärken.


DIN EN 206-1 mit DIN 1045-2

In DIN EN 206-1 in Kombination mit DIN 1045-2 werden die Eigenschaften des Werkstoffes Beton geregelt. Neben den Expositionsklassen sind vor allem die Eigenschaften des Festbetons für eine Weiße Wanne von großer Bedeutung.

Die effektive Druckfestigkeit hat einen direkten Einfluss auf die Hydratationswärme und auf die Sprödigkeit des Betons. Aus Erfahrungen haben die Betone in Mitteleuropa eine deutliche Überfestigkeit, was vermehrte Rissbildung mit sich zieht. Überschreitungen der Mindestdruckfestigkeit um 50% sind dabei keine Seltenheit. Gemäß Ziffer 5.5.1.2 „ist die Druckfestigkeit an Probewürfeln mit 150 mm Kantenlänge und unter den Lagerungsbedingungen nach DIN EN 12390-2:2001-06, Anhang NA zu bestimmen. Die Druckfestigkeit bei Lagerung nach dem Referenzverfahren nach DIN EN 12390-2:2001-06, (fc,cube) darf aus der Druckfestigkeit bei Lagerung nach DIN EN 12390-2:2001-06, Anhang NA (fc,dry) nach folgender Beziehung berechnet werden:

Normalbeton bis einschließlich C50/60: fc,cube = 0,92 × fc,dry

hochfester Normalbeton ab C55/67: fc,cube = 0,95 × fc,dry

Diese Beziehung gilt nur für die Umrechnung von Würfeldruckfestigkeiten und berücksichtigt ausschließlich die unterschiedlichen Lagerungsbedingungen.“

Neben der Druckfestigkeit spielt der Wassereindringwiderstand nach Ziffer 5.5.1.3. eine wichtige Rolle. „Wenn der Beton einen hohen Wassereindringwiderstand haben muss, so muss er

-bei Bauteildicken über 40 cm einen Wasserzementwert w/z = 0,70 aufweisen;
-bei Bauteildicken bis 40 cm einen Wasserzementwert w/z = 0,60 sowie mindestens einen Zementgehalt von 280 kg/m3 (bei Anrechnung von Zusatzstoffen 270 kg/m3) aufweisen. Die Mindestdruckfestigkeitsklasse C25/30 ist einzuhalten.“

Für die verwendeten Standardbetone sind daher im Vorfeld folgende Parameter festzulegen und im Lieferschein und den entsprechenden Qualitätskontrollen zu kontrollieren:

  • Druckfestigkeitsklasse
  • Expositionsklasse
  • Nennwert des Größtkorns der Gesteinskörnung
  • Konsistenzbezeichnung (steif, plastisch oder weich)
  • Festigkeitsentwicklung (low, medium, fast)


Für Betone bei einer Weißen Wanne ist eine langsame Festigkeitsentwicklung festzulegen. Die maximale Hydratationswärme wird dadurch reduziert und eine flachere Kurve bei der Festigkeitsentwicklung erreicht. Auch bei der Druckfestigkeit können durch Vorversuche und Nachweise nach 90 Tagen deutliche Optimierungen erzielt werden. Durch eine langsamere Entwicklung der Parameter können sowohl Kosten gespart werden, als auch die Qualität des fertigen Bauwerks erreicht werden.


DIN EN 13670 mit DIN 1045-3

Die DIN EN 13670 in Kombination mit DIN 1045-3 regelt die Bauausführung. Hierbei gibt es zwei zentrale Punkte für die Abdichtung mit einer Weißen Wanne.

Bei der Beförderung von Beton zur Baustelle ist besonders auf Ziffer 8.3 (NA.6) zu achten: „Fahrmischer oder Fahrzeuge mit Rührwerk sollten 90 min nach der ersten Wasserzugabe zum Zement, Fahrzeuge ohne Mischer oder Rührwerk für die Beförderung von Beton steifer Konsistenz 45 min nach der ersten Wasserzugabe zum Zement vollständig entladen sein. Beschleunigtes oder verzögertes Erstarren infolge von Witterungseinflüssen ist zu berücksichtigen. Wenn durch Zugabe von Zusatzmitteln die Verarbeitbarkeitszeit des Betons um mindestens 3 h verlängert wurde, gilt die DAfStb-Richtlinie für Beton mit verlängerter Verarbeitbarkeitszeit (Verzögerter Beton).“

Bei der Verarbeitung und Verdichten  des Betons gilt Ziffer 8.4.1. Von besonderer Bedeutung sind dabei folgende Punkte:

(1) Der Beton ist so einzubauen und zu verdichten, dass er seine vorgesehene Festigkeit und Dauerhaftigkeit erreicht und dass die ausreichende Umhüllung der Bewehrung und aller Einbauteile sichergestellt ist.“
(2) Besondere Sorgfalt ist bei Querschnittsänderungen, Engstellen, Aussparungen, enger Bewehrungsführung und bei Arbeitsfugen erforderlich, um eine ausreichende Verdichtung sicherzustellen.“
(5) Während des Einbaus und Verdichtens muss das Entmischen des Betons so gering wie möglich sein.“

Bei der Nachbehandlung und dem Schutz von Beton nach 8.5 sind die ersten 48h von größter Bedeutung. In dieser Zeit ist der Beton vor Austrocknung, Temperatureinwirkungen und Erschütterungen zu schützen. Dadurch kann das Frühschwinden gering gehalten werden. Des Weiteren kann eine ausreichende Festigkeit und Dauerhaftigkeit der Betonrandzone sichergestellt werden und ein Gefrieren des Restwassers verhindert werden. Auch eine Beschädigung der Betonstruktur zwischen Zement, Wasser und Zuschlagstoffen wird dadurch verhindert. Ein besonderes Augenmerk muss auch beim Glätten des Betons vorgenommen werden. Übermäßiges Glätten kann zu einer Beschädigung der Betonstruktur und damit zu unzureichender Betonqualität in den oberen 1-3 cm führen.

Nach Ziffer  8.5 (NA.3) sind „folgende Verfahren [...] sowohl allein als auch in Kombination für die Nachbehandlung geeignet:

  • Belassen in der Schalung;
  • Abdecken der Betonoberfläche mit dampfdichten Folien, die an den Kanten und Stößen gegen Durchzug gesichert sind;
  • Auflegen von wasserspeichernden Abdeckungen unter ständigem Feuchthalten bei gleichzeitigem Verdunstungsschutz;
  • Aufrechterhalten eines sichtbaren Wasserfilms auf der Betonoberfläche (z. B. durch Besprühen, Fluten);
  • Anwendung von Nachbehandlungsmitteln mit nachgewiesener Eignung.“

Grundlegend sind auch die Überwachung der nach DIN EN 1992-1-1 berechneten und DIN 1045-2 festgelegten Parameter in der Umsetzung sicherzustellen. Dabei ist nach Anhang NA der Bauunternehmer verpflichtet die Übereinstimmung mit der Norm und der Projektbeschreibung einzuhalten (NA.1).

„(2) Durch das Bauunternehmen ist nach jeder Anlieferung von Baustoffen und Bauteilen die Übereinstimmung des Lieferscheins oder des Beipackzettels mit den bautechnischen Unterlagen zu überprüfen. Nicht ausreichend gekennzeichnete Baustoffe und Bauteile dürfen nicht eingebaut werden.“


„(4) Zusätzlich zur Überwachung durch das Bauunternehmen ist eine Überwachung des Einbaus von Beton der Überwachungsklassen 2 und 3 sowie des Einpressens von Zementmörtel in Spannkanäle durch dafür anerkannte Überwachungsstellen (siehe Anhang ND und Anhang NE) vorzunehmen.“


Baustellen mit Weissen Wannen und drückendem Wasser fallen zumeist in die Überwachungsklasse 2 nach DIN EN 13670 mit DIN 1045-3. Neben der Überwachung durch den Bauunternehmer wird somit eine zusätzlich Fremdüberwachung notwendig. Mit einem eigenen Labor, steht die Firma vistona auch bei allen Fragen zu diesem Thema zur Seite.