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Weisse Wanne nach SIA 272
Schäden in Folge von Wassereintritt ins Bauwerk sind die am häufigsten angemeldeten Mängel im Baugewerbe bei Versicherung. Bei der Wahl der Bauwerksabdichtung sind zunächst einmal die „Schwarze Wanne", die „Braune Wanne" und die „Weisse Wanne" zu unterscheiden.

Bei der weissen Wanne sind aufgrund ihrer Konstruktion keine zusätzlichen Dichtungsbahnen erforderlich. Bodenplatte und Aussenwände werden als geschlossene Wanne aus Beton ausgeführt und nach SIA 272, Abschnitt 3.1.2.1 auf ihre Wassereindringtiefe ew geprüft. Die gängige Bezeichnung nach SIA für eine solche Bauweise ist wasserdichte Betonkonstruktion oder WDB. Für die Herstellung der Bauwerke wird auf die SIA 272 „Projektierung und Ausführung der Abdichtungen von Bauten unter Terrain" verwiesen Die Fugen und Durchdringungen in der geschlossenen Wanne werden mit speziellen Sonderbaustoffen abgedichtet.

Vorgehensweise bei der Konstruktion einer Weissen Wanne

Wasser ist nicht gleich Wasser und kann in verschiedenen Formen auftreten. Bodenfeuchte, nicht stauendes Sickerwasser, zeitweise aufstauendes Sickerwasser, drückendes oder nichtdrückendes Wasser, spielen bei der Wahl des richtigen Abdichtungskonzeptes eine grosse Rolle. Bei der Planung ist daher auf Angriffsart des Wassers, die Art des Baugrunds, die Art der Beanspruchung und die geplante Nutzung zu achten.
Obwohl durch die prinzipiell einfachere Konstruktion der Weissen Wanne im Vergleich zur Schwarzen oder Braunen Wanne beim Bau weniger Arbeitsgänge erforderlich sind, sind Sachkenntnis und sorgfältiges Vorgehen bei Planung und Bauausführung entscheidend für ein dichtes Bauwerk. Grundlage für die Planung muss zunächst die Feststellung der Nutzung und Beanspruchungsart nach SIA 272 sein.

Der massgebende Wasserstand für die Bemessung der druckhaltenden Abdichtung nach SIA 272 „Projektwasserstand" genannt, ist der höchste, nach Möglichkeit aus langjähriger Beobachtung ermittelt Grundwasserstand/Hochwasserstand. Eine oberflächliche Beurteilung beim Bodenaushub ist eine Momentaufnahme und reicht hierfür nicht aus. Ein Bodengutachten bringt neben einer zusätzlichen Sicherheit auch Erkenntnis über die Zusammensetzung des Bodens und die Gegebenheiten des anstehenden Grundwassers. So kann ein möglicher chemischer Angriffsgrad des Grundwassers bzw. Bodens ermittelt werden, der dann in den Expositionsklassen XA1 bis XA3 (chemischer Angriff) berücksichtigt wird. Für die Konstruktion von wasserundurchlässigen Bauwerken stehen drei verschiedene Bauweisen zur Verfügung:

  1. Die Bauweise ohne unkontrollierte Trennrisse ist gekennzeichnet durch ein Zusammenspiel von konstruktiven (Lagerungsbedingungen mit geringer Verformungsbehinderung, Fugenabstände), betontechnologischen und ausführungstechnischen (Betonierabschnitte, Nachbehandlung) Massnahmen. Ziel ist es, das Entstehen von Trennrissen durch die Vermeidung von Zwangsspannungen zu verhindern.
  2. Bei der Bauweise mit Trennrissen beschränkter Rissbreite werden die Zugspannungen aus Last und Zwang durch engliegende, rissverteilende Bewehrung aufgenommen. Entstehende Risse müssen in ihrer Breite so gering gehalten werden, dass sowohl die festgelegte Form der Wasserundurchlässigkeit (vgl. Nutzungsklassen) als auch die Dauerhaftigkeit des Bauwerks nicht beeinträchtigt sind.
  3. Bei der Bauweise mit zugelassenen Trennrissen kann auf umfangreiche rissverteilende Bewehrung und enge Fugenabstände verzichtet werde. Risse werden in Kauf genommen. Ihre Abdichtung ist Bestandteil der Baumassnahme und muss von der Planung bereits im Entwurf festgelegt werden. Diese Bauweise kann sinnvoll sein, wenn das Bauwerk noch im Rohbauzustand dem höchsten Wasserdruck ausgesetzt wird, die aussenliegenden Betonflächen für eine nachträgliche Abdichtung zugänglich sind und der Bauherr dieser Bauweise zustimmt.

Bereits bei Planung und Konstruktion gilt es, kritische Gestaltungselemente wie Nischen, Vertiefungen oder Wandversprünge zu vermeiden. Die Kerbspannung die in einspringenden Ecken entstehen kann, begünstigt die Bildung von Rissen. In diesen Fällen ist der Querschnitt durch das zusätzliche Einbringen von Bewehrung zu verstärken. Sind Durchdringungen der Weissen Wanne erforderlich, z. B. durch Schalungsanker oder für Rohr durchführungen, so dürfen sie nur rechtwinklig erfolgen. Für Rohrdurchführungen eignen sich Mantelrohre mit Dichtkragen oder Kernbohrungen mit Dichteinsatz.

Zwangsspannungen und daraus resultierend die Gefahr der Rissbildung treten in Ortbetonteilen durch Temperaturunterschiede bei der Hydratation auf. Konstruktiv kann dem Entstehen von Zwangsspannungen entgegen gewirkt werden – einerseits durch geeignete Lagerung der Bauteile (zum Beispiel durch Einbau von Gleitschichten zwischen Sohlplatte und Erdreich zur Verringerung der Reibung oder seitlichen Einbau von Dämmplatten). Weitere Möglichkeit ist der Einbau von Fugen als Sollrissstellen in Abhängigkeit von den Abmessungen der Wände, der Bewehrungsanordnung, der Wärmeentwicklung und dem Schwindverhalten. Die Auswahl eines geeigneten Betons trägt ebenfalls zur Vermeidung von Rissen bei. Für Ortbeton sind entscheidende Eigenschaften ein geringes Schwindmass und ein hoher Widerstand gegen eindringendes Wasser sowie die Verwendung von Zementen mit niedriger Hydratationswärme. Für WD-Beton empfiehlt die SIA 272 eine möglichst tiefe Druckfestigkeit und ein hoher Wassereindringungswiderstand zu wählen, z.B. XC2 oder nach Zusammensetzung mit besonderen Eigenschaften wie z.B. die Wassereindringung ew 50 mm und einem w/z-Wert = 0.55 gefordert. Durch einen niedrigeren Zementgehalt von min. 280 kg/m³ soll auch eine möglichst geringe Wärmeentwicklung erreicht werden. Es wird weiterhin empfohlen Zemente mit einer weniger hohen Festigkeitsentwicklung in den ersten 7 Tagen zu verwenden.

Auch bei der Bauausführung gibt es Besonderheiten die zur Gewährleistungen einer erfolgreichen Weissen Wanne zu beachten sind. Da beim Bau einer Weissen Wanne einerseits besonders gründliches Verdichten entscheidend ist, andererseits aber die Bauteile oft hoch bewehrt sind, sind geeignete Rüttellücken vorzusehen und sowohl Gesteinskörnung als auch Grösstkorn auf die Enge der Bewehrung abzustimmen. Der Anschluss zwischen Bodenplatte und Wand ist einer der grössten Fehlerquellen, da beim Befüllen die freie Fallhöhe zum Umklappen der Fugenabdichtung führt oder eine Entmischungen des Betons zur Folge hat. Das Abdecken des jungen Betons hilft Risse zu verhindern, die durch Eigen- und Zwangsspannungen bei Temperaturunterschieden und Austrocknen entstehen

Fugenabdichtung

Der Verlauf von Fugen und ihre Abdichtung darf beim Bau einer Weissen Wanne nicht der Baustelle überlassen werden, sondern muss bis ins Detail Bestandteil der Planung sein. Fugen stellen Schwachstellen dar die abgedichtet werden müssen. Die Firma vistona nutzt neben Fugenbänder auch Injektionsschläuche für Arbeitsfugen. Arbeitsfugen bzw. Betonierfugen entstehen, wenn das Bauteil für einen einzelnen Betoniervorgang zu gross ist. Im Hinblick auf die gewünschte Wasserundurchlässigkeit ist hier auf eine fachgerechte Ausführung zu achten. Bewegungsfugen – sie gleichen Temperaturänderungen oder ungleiche Setzungen des Bauwerks aus – werden im Abdichtungssystem vistona mit PVC Dehnfugenbänder abgedichtet. Abstandhalter bei der Bewehrung müssen aus wasserdichtem Material sein (z. B. aus Beton oder Faserzement).

Sanierung einer Weissen Wanne

Der Vorteil der Weissen Wanne liegt in der leichten Lokalisier- und Reparierbarkeit der Fehlstellen, da die feuchte Stelle an der Innenseite des Betonbauteils in der Regel der Ausbesserungsstelle entspricht. Diese Fehlstellen werden von der Gebäudeinnenseite durch Verpressen mit Injektionsharzen abgedichtet. Kleinere, anfänglich durchfeuchtete Risse im Beton schliessen sich durch die so genannte Selbstheilung des Betons. Im Wesentlichen wird sie durch die Bildung von Kalkstein hervorgerufen, unterstützt durch eine weitere Hydratation des Zementsteins.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass trotz einer prinzipiell einfachen Konstruktion die Weisse Wanne umfassende Planung und sorgfältige Verarbeitung erfordert. Qualitätsbewusstsein und Erfahrung bei allen Baubeteiligten und das Beachten einer Vielzahl von Aspekten ist der Schlüssel zur fachgerechten und erfolgreichen Herstellung von wasserundurchlässigen Betonbauwerken. Vistona ist Ihr Partner in allen Fragen der Bauwerksabdichtung mit Weissen Wannen.